Rittergut und Landwirtschaft

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19. Jahrhundert

Anfang des 19. Jahrhunderts soll das Rittergut auch den Weizenanbau hier eingeführt haben. Das erste Weizenfeld sei auf der Lichtung Inspektorkiefer am Weißen Stein gewesen.

Auch der Kartoffelanbau setzte sich in diesem Jahrhundert durch. Ebenso Rübenanbau und in Einzelfällen der Anbau von Tabak.

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Die Dreifelderwirtschaft wurde durch die Fruchtwechselwirtschaft abgelöst. Trotz des nicht immer günstigen Bodens gab es in Calbitz auch größere Bauernwirtschaften, welche rentabel produzierten. Anregend für die Produktion des Rittergutes wie auch der Bauern, wirkte sich der 1851 in Dahlen gegründete landwirtschaftliche Verein aus, welcher sich für die Durchsetzung der Fruchtwechselwirtschaft, für bessere Ergebnisse in der Viehzucht, Anwendung der Düngung und moderne Bodenbearbeitungsmethoden einsetzte.

So führte beispielsweise Amtmann Müller aus Großböhla 1871 eine Drillmaschine vor. Trotzdem waren die Felderträge bescheiden und sehr witterungsabhängig. Wenn es auch keine Unterlagen aus der hiesigen Gegend gibt, kann man doch Niederschriften eines Lehrers aus Cavertitz zu Rate ziehen und ähnliche Erträge in Calbitz und Umgebung annehmen.

1893 - ein sehr trockenes Jahr! Hektarerträge, umgerechnet auf dt.

Winterweizen 8,5 dt/ha

Sommergerste 11,5 dt/ha

Winterroggen 9,0 dt/ha

Hafer 3,0 dt/ha

Kartoffeln 65,5 dt/ha

1907 - ein normales Witterungsjahr

Winterweizen 11,0 dt/ha

Sommergerste 18,0 dt/ha

Winterroggen 16,0 dt/ha

Hafer 18,5 dt/ha

Kartoffeln 150,0 dt/ha

Im 20. Jahrhundert stiegen allmählich die Erträge weiter. Das Rittergut spezialisierte sich weiter auf Schafzucht aber auch auf Milchproduktion. Die Milch, welche auf Flaschen abgefüllt wurde, wurde täglich mit eigenem Lieferwagen nach Leipzig geschafft. Auch Seidenraupenzucht muß in Calbitz schon vor dem II. Weltkrieg betrieben worden sein.

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Ein letzter alter Maulbeerbaum befindet sich noch heute am Ende des Marktes am Grundstück Elste an der ehemaligen Milchrampe. Er ist ein Naturschutzdenkmal!